Daniel Schwiperich's Racing Blog RSS XING MAIL

Rijeka - Automotodrom Grobnik 2009

Erstes Renntraining 2009 in Rijeka

Erstes Renntraining 2009 in Rijeka

Sonntags, sehr früh morgens, machten ein Kölner ( meine Wenigkeit ) und ein Düsseldorfer, namens André ( besser bekannt als Rotzlöffel ) sich auf den Weg an das adriatische Meer um die Motorradsaison zu eröffnen. Meine Bedenken und Vorurteile gegen Menschen aus dem nahe gelgenen Dorf haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet und die folgenden 15 Stunden Fahrt gestalteten sich mehr als erträglich. :) Unterwegs haben sich weitere Freunde dem Zug angeschlossen. Auch mein Mentor Frank konnte kurzfristig doch mitkommen, brach aber erst Montags in der Frühe auf.

Viele Horrorgeschichten über das Passieren der kroatischen Grenze lösten sich ebenfalls in Rauch auf und gegen ca. 20 Uhr sagte uns das Navi mitten auf der Autobahn, dass wir unser Ziel erreicht haben. Sylli und Ma trafen zu unserem Glück schon Mittags im eigentlichen Bestimmungsort ein und konnten uns die restlichen Kilometer zur Pension lotsen. Wir bezogen unsere Zimmer und es wurde der übliche Plausch gehalten und viel gelacht.

Strasse in Kroatien

Strasse in Kroatien

Montag: Der nächste Tag erweckte uns vielversprechend mit Sonnenstrahlen und Temperaturen nahe 10°. Nach einem leckeren Frühstück mit merkwürdig schmeckenden Kaffee fuhren wir zur Rennstrecke und schauten den Italienern zu. Es wurden besser schmeckende Kaffee’s getrunken und Silly und Ma führten uns sicher zu manch versteckter Natürtribüne. Wir stoppten die Zeiten der italienischen Konkurrenz und setzten erste Ziele.

Naturtribüne

Naturtribüne

Nach und nach traf auch der Rest an Freunden und Bekannten ein und der Abend kam näher. Die Italiener räumten mehr oder weniger schnell die Box und wir fingen mit der häuslichen Einrichtung für die nächsten 4 Tage ein. Anschließend aßen wir im Bistro des Fahrerlagers und erfreuten uns am leckeren Essen und der teils hübschen Bedienung.

Lustige Gesellschaft

Lustige Gesellschaft

Der nächste Tag: Wie bei mir üblich, wenn es um Renntrainings geht, erwachte ich um kurz vor Sechs und warf einen Blick durch Fenster. Der Internetwetterdienst hatte nichts gutes für die 4 Tage vorrausgesagt und so sah es auch aus. Stark Bewölkt und kalt. Ich nahm eine Dusche und ging nochmal meine Ziele durch:

  • Sitzen bleiben
  • Motorrad auf mich abstimmen
  • Die 1.43 Minuten knacken
  • Am Fahrstil arbeiten

Ich gesellte mich zu den anderen an den Frühstückstisch neben einem warm knisternden Kamin. Die Pensionsleiterin bestätigte den Wetterbericht für Dienstag versprach aber für die kommenden Tage gutes Wetter. Anschließend begaben wir uns an die Rennstrecke.

Die Veranstaltung, durchgeführt von Dreier Racing, sah freies Fahren ohne Gruppeneinteilung, Rennen in den verschieden Klassen am Donnerstag und ein 2 Stunden Rennen am Freitag vor. Das freihe Fahren stellte sich als sehr unproblematisch heraus, das Gesamtfahrernivau sehr hoch war und bestand fast auschließlich aus Rennerfahrenen, IDM -und Cupfahrern. Rennstreckenneulinge waren so gut wie nicht vorhanden. Gewünscht hatte ich mir für die ersten 3 Tage schönes Wetter und Regen am Freitag um meine ersten Erfahrungen im Nassen und mit Regenreifen sammeln zu können.

Dienstag Fortsetzung: Pünktlich zum Start des ersten Freien Fahrens fing es an zu Regnen. Also gab ich mich dran meine am Abend zuvor montierten Supercorsas wieder zu wechseln und Regenreifen aufzuziehen. Da ich in den letzten 3 Monaten leider keinen Felgensatz für meine GSX-R 600 bekommen konnte, hat es entsprechend lange gedauert. Aber genug gejammert: Ich musste somit am ersten Tag, die für mich neue Strecke im nassen erkundschaften. Ich fing also ganz vorsichtig an, denn zum einen kannte ich den Verlauf der Strecke nicht und wollte mich auf keinen Fall mich lang machen, zum anderen hatte ich keine Ahnung was mit Regenreifen möglich ist. Ich steigerte mich immer weiter und irgendwann setzte dann doch tatsächlich das Knie auf dem nassen Asphalt auf. Eine 1.55 war das Resultat des ersten Tages.

Verregneter erster Tag

Verregneter erster Tag

Zur Strecke: Schon bei der ersten Besichtigung der Strecke am Montag fielen mir die sehr vielen Risse auf die sich durch den Asphalt zogen. Beim Befahren im Regen am Dienstag kamen dann auch noch nicht wenige Stellen mit heftigen Unebenheiten hinzu, die einen zu Beginn aus den Fussrasten hauten. Ansonsten bietet die Strecke guten Grip im Trockenen und Nassen und beansprucht die linke Reifenflanke sehr viel mehr als die Rechte, trotz eines Verhältnisses von 8 Links zu 7 Rechtskurven. Die zwei endloslangen 180° Grad Linkskurven sind daran wahrscheinlich nicht unschuldig.

Rijeka - Automotodrom Grobnik

Rijeka - Automotodrom Grobnik

Mittwoch: Die Pensionsleiterin behielt Recht und es schien ein schöner Tag zu werden. Das bedeute aber auch: Wieder Reifen wechseln. Ich zog also wieder den Satz Supercorsas (Vorne SC1 und hinten SC2) auf. So bestückt kundschafte ich die Strecke nun im Trockenen aus und die Zeiten wurden besser. Am Nachmittag fuhr ich konstante 1.44 Zeiten. Mein Teampartner Ralf und ich beschlossen 2 gemeinsame Turns zu fahren um uns gegenseitig Tipps zu geben wer wo langsamer ist. Ralf konnte mit seiner Tausender schon 43er Zeiten fahren und ich erhoffte mir natürlich selbiges. Ich fuhr also hinter Ralf hinter her und abschließend standen tatsächlich zwei 43er auf meinen Laptimer.

Freaks Racing Team on Tour

Freaks Racing Team on Tour

Der Mittwoch war auch gleichzeitig Qualifying für die Rennen am nächsten Tag. Mit meiner gefahren Zeit hatte ich Startplatz 5 inne. An Position 1 stand scheinbar unheinholbar der R6 Cup Fahrer Marcel Bach mit einer 1.39. Ab Position 2 standen direkt 42.5er Zeiten aufwärts. Ich hatte die Hoffnung auf einen guten Start und mich anhand der vor mit platzierten Fahrer entsprechend verbessern zu können.

Anbremsen

Anbremsen

Donnerstag: Der Tag begann stark bewölkt und in der Nacht hatte es geregnet. Der Wetterbericht versprach gutes Wetter ab 12 Uhr und so entschied ich zu warten. Das Wetter wurde gegen Mittag besser und tatsächlich war die Strecke um Punkt 12 abgetrocknet. Das Freihe Fahren ging noch eine halbe Stunde und ich wollte vor dem Rennen noch ein paar schnelle Runden drehen. Den Vormittag ließ ich natürlich nicht ungenutzt und habe ein wenig am Motorrad eingestellt. Dabei ist mir dann ein böser Fauxpass beim Schrauben passiert und ich musste die erste schnelle Runde abbrechen und wieder in die Box. Vor Ende des freihen Fahren ließ sich das Resultat meines Anti-Schraubertalents nicht beheben und ich musste auf das Rennen warten.

Kurve 2

Kurve 2

Das Rennen: Vor dem Rennen entschied ich mich keinen neuen Reifensatz aufzuziehen, da die Zeit zu kurz war und senkte leider den Luftdruck zu sehr ab, was ein schlingerndes Hinterrad in Linkskurven zur Folge hatte. Mein Start war ok, allerdings steckte ich in der ersten Kurve zu sehr zurück um eine Kollision zu vermeiden. Ich fand mich auf den letzten Plätzen wieder in Runde 1 und begann meine Aufholjagd. Trotz des leicht schmierenden Hinterrads kam ich schnell auf Position 9. Vor mir befand sich ein R6 Fahrer mit dem ich mir einen spannenden Kampf über 3 Runden lieferte. Dieser Mitstreiter war aussergewöhnlich stark auf der Bremse, aber so langsam in den Kurven, dass es viel Zeit gekostet hat. Durch meinen höheren Kurvenspeed konnte ich ihn beim rausbeschleunigen auf den geraden Abschnitten überholen, doch auf der Bremse kam er wieder vorbei. Schließlich aber konnte ich mich im Geschlängel ( Rechtskurve im Tal ) neben ihn setzen, überholen, einen Vorprung rausfahren und diesen permanent vergrößern. Leider war das restliche Feld aber schon zu weit weg und ich landete auf Platz 8.  Zumindest aber konnte ich zu meiner Zufriedenheit konstant tiefe 1.42 Zeiten nach dem Kampf mit dem R6 Fahrer fahren und hatte damit schon mal ein Ziel erreicht.

Racingtime

Racingtime

Anschließend waren noch 2.5 Stunden Freies Fahren, in denen ich weiter an meinen Fahrstil arbeiten wollte. Irgendwie machte es dabei Klick bei mir im Kopf und ich konnte nicht nur meinen Fahrstil verbessern, sondern fühlte mich zum ersten Mal richtig verbunden mit dem Motorrad. Ich fuhr zwei 8 Runden Turns mit frischen Reifen und angepassten Luftdruck und konnte im ersten Turn plötzlich konstante 41er Zeiten und im zweiten sogar 40er Zeiten fahren. Auf einmal schien die 39er Zeit vom R6 Cup Faher nicht mehr unmöglich und ich war frohen Mutes für den nächsten Tag und hatte ein neues Ziel: Die 1.39!

Schlingerndes Hinterrad beim Rausbeschleunigen

Schlingerndes Hinterrad beim Rausbeschleunigen

Freitag: Der Tag begann stark bewölkt und Kalt. Regen war vorrauszusehen. Aber ich hatte nur noch ein Ziel. Ich fur den ersten 3 Runden Turn. Eine 40.5 und 40.6 in den beiden schnellen Runden. Ich stand vor der Box und entschied direkt wieder raus zu fahren. In den nächsten beiden schnellen Runden lief ich auf langsamere Fahrer auf und fuhr frustriert in die Box zurück und zog die Reifenwärmer auf.  Eine halbe Stunde später ging es wieder raus. In der ersten schnellen Runde lief ich wieder auf einen Fahrer auf, die zweite Runde aber hatte ich freie Fahrt. Alles fühlte sich gut an und ich fuhr voller Spannung an die Box. Mein Laptimer zeigte mir eine glatte 1.40,00. Ich fluchte unter meinen Helm. Ein kurzer Blick auf die Strecke zeigte mir das nur wenige Fahrer draußen waren. Wahrscheinlich weil es stark nach Regen aussah. Ich schloß die Augen, atmete 3 mal tief durch um mich zu beruhigen und ging die Strecke nochmal kurz im Kopf durch. Also fuhr ich direkt wieder raus und achtete in der Einführungsrunde darauf das ich keinen Verkehr vor mir habe. Die Runde lief und gut und beim überqueren die Ziellinie leuchtete die rote LED an meinem Laptimer. Ich wusste ich habe es geschafft und legte eine zweite schnellste Runde hinterher. Nach der Auslaufrunde fuhr ich an die Box und diesmal endlich zeigte mir der Laptimer eine 1.39,8 und eine 1.39,7 an. Mit einen breiten Grinsen unterm Helm schob ich mein Motorrad in die Box. Auf den Punkt genau fielen auch die ersten Tropfen. Kurz darauf stand das 2 Stunden Rennen an. Dieses konnte ich nicht mitbestreiten, da meine Benzinpumpe ein immer leeren Tank als Signal an die Tachoanzeige übermittelt und wir keine Erfahrung haben wie lange ich ungefähr mit vollem Tank fahren kann. Ralf fuhr mit seinem Partner für das Langstreckenrennen einen sehr guten 5 Platz ein und staubte somit wie schon im “Oldman Rennen” vom Vortag einen Pokal ab. Nach dem 2 Stundenrennen begann es richtig aus Kübeln zu schütteln und meine Boxenkollegen starteten das Zusammenpacken.

Auf der Jagd nach der 1.39

Auf der Jagd nach der 1.39

Fazit: Ein sehr gelunges Event mit mäßigen Wetter, dafür in allerbester Gesellschaft. Ich habe noch nie soviel gelacht innerhalb einer Woche (daran hat RR Didi wesentlich zu beigetragen ;) ). Das Essen war klasse und günstig, ebenso wie die Pension. Und das schönste für mich war, dass ich alle meine Ziele erreichen konnte, wieder einen Sprung nach vorne gemacht habe und immer noch mehr Potential sehe.

Sonnenuntergang in Rijeka

Sonnenuntergang in Rijeka

Nun freue ich mich auf Ledenon welches schon direkt in einer Woche ansteht.

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3 Kommentare zu „Rijeka - Automotodrom Grobnik 2009“

  1. André sagt:

    Super Bericht, man bekommt gleich Lust, in die Garage zu rennen und den Anhänger zu beladen…

    Gute Leistungen und ein sehr schönes Mopped gibt es bei Dir ja zu sehen, erfreulich! :-)

  2. Toemche sagt:

    Ja Daniel!

    Nun gehts los :) Hoffen wir mal, dass du das Zeitenniveau ständig anheben kannst und auf dem Bock sitzen bleibst ;) Ich sitze aktuell noch auf heissen Kohlen, am Donnerstag gibts erst den Führerschein ;) Aber, das Mopped ist soweit fertig… :)

    Grüsse :D

  3. Julia sagt:

    Hy Daniel,
    mein Lieber sag mal,Ledenon ist drei Tage her.Ich bin neugierig wie es war…..
    wo bleibt das update;)

    Liebe Grüße
    J

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Daniel84