Daniel Schwiperich's Racing Blog RSS XING MAIL

1. Seriensportlauf Oschersleben

Am Freitag den 01.05 sollte ich mein erstes Seriensport - Meisterschaftsrennen bestreiten. Unser Team war vollständig vertreten und am Vorabend angereist. Miro73 reiste sogar schon Mittags an um noch ein paar Turns als Training nutzen zu können. Nach unserem Training die Woche davor, konnte er sich direkt um 3 Sekunden verbessern.

Die Motivation war also hoch und auch das Wetter spielte mit. Ich passierte die technische Abnahme und begann mich auf die Dauerprüfung vorzubereiten. Ich hatte mir an dem vorigen Wochenende extra einen zweiten Satz Felgen zugelegt um schneller die Reifen wechseln zu können. Leider waren bei der vorderen Felge die Lager und eine Scheibe kaputt, sodass ich für den ersten Termin nur die Hintere einsetzen konnte. Diese war mit einem frischen Supercorsa SC1 bestückt. Mein Plan war in der ersten DP soviele Runden wie möglich mit dem Satz SC2 Vorne, SC3 Hinten zu fahren, welchen ich schon beim Oscherslebentraining im April gefahren bin und 2,5 Runden in Ledenon bis zum Sturz.  Wie ihr euch vorstellen könnt, war der Satz schon ziemlich runter. Da in der DP die Rundenzeiten nicht zählen war mir das egal. In der zweiten DP wollte ich die neuen Reifen für das Rennen anfahren und nur noch die verbleibenden, nötigen Runden draußen bleiben. 28 Runden waren für die Qualifikation von nöten. 40 min geht eine Dauerprüfung. Ich rechnete also damit mindestens 20 Runden in der ersten DP zu schaffen.

Erster Seriensport-Meisterschaftslauf in Oschersleben auf GSX-R 600 K6

Erster Seriensport-Meisterschaftslauf in Oschersleben auf GSX-R 600 K6

Fr. 01.05 - 09:45. Dauerprüfung 1: Unsere Klasse 7 (Supersport Open) startet zusammen mit den seriennahen 600ern (Klasse 4) und den 2-Taktern (Klasse 5). Ich rolle raus und konzentriere mich die ersten 2 Runden auf das Motorrad. Ich habe in der Zwischenzeit wieder einen BOS-ESD verbaut, die hintere Bremspumpe repariert und ein paar Schrauben zusätzlich gesichert. Alles ziemlich kurzfristig aber es scheint zu funktionieren. Die Leistung stimmt auch wieder. Allerdings fühlt sich das Motorrad in Kurven immer noch schlecht an. Beim Beschleunigen aus Schräglage ist sie leicht am Rutschen. In Kurven und beim Bremsen liegt sie nicht stabil. Dazu kommt das auf der Strecke sehr viel Verkehr ist. Nicht wenige verhalten sich so als ob sie das erste Mal auf einer Rennstrecke fahren. Die erste DP wird abgewunken und ich fahre unzufrieden in die Box. Mein Laptimer hat schon wieder nicht funktioniert und lässt keine Rückschlüsse auf die gefahrene Anzahl an Runden schließen.

Viel Verkehr auf der Strecke

Viel Verkehr auf der Strecke

10:30 - 11:15 Zwischen DP1 und DP2: Ich komme in der Box an. Gerade Rollen meine Teamkollegen (Klasse 1) in ihre zweite Dauperprüfung. Nur Miro73 nicht. Er musste in der ersten DP in den Kies und hatte dabei sein Motorrad beschädigt. Ich schaue auf den Zeitplan und mir wird bewusst, dass ich tatsächlich nur 40 min Zeit bis zur nächsten DP habe. Ein wenig erschöpft begebe ich mich sofort daran das Hinterrad zu wechseln. Anschließend baue ich das Vorderrad aus und laufe zum Reifendienst. Zeit: 10:45. Dort angekommen muss ich warten bis ich an der Reihe bin. Zurück an der Box: 11:10 Uhr. Ich schaue auf die Uhr und werde nervös. Felge mit Achse eingebaut, Gabel entspannt und dann Reifenwärmer drauf. Jetzt noch die nur die mit der Hand reingedrehten Schrauben mit Drehmoment anziehen. Helm und Handschuhe an und ein letzter Blick auf die Uhr: 11:35 Uhr. Die zweite Prüfung läuft schon seit 20 Minuten. Nun bin ich sehr nervös, aber es müsste reichen. Beim Rausrollen überlege ich ob ich was vergessen habe. Mir fällt nichts ein… ;)

Mit frischen Reifen lief es wieder rund

Mit frischen Reifen lief es wieder rund

Die erste Runde lausche ich wieder und bin sehr aufmerksam. Habe ich die Achsen richtig angezogen, genug Sprit nachgefüllt??? Alles fühlt sich ok an. Und plötzlich ist wieder dieses schöne, vertraute Gefühl da. Das Motorrad fühlt sich perfekt an und ich merke, dass ich direkt schneller unterwegs bin als in DP1 und beim letzten Training. Das Gefühl hält leider nicht lange an. In Runde 6, vorletzte Kurve (schnell, nur kurz anbremsen) knallt es auf einmal vorne beim antippen der Bremse und ich sehe etwas wegfliegen. Im ersten Moment denke ich, ich sei über irgendwas drüber gefahren. Die Kurve vor und nach Startziel fahre ich besonders aufmerksam an. Aber alles ist normal. Dann kommt die Hasseröder (180° Links). Noch immer mit etwas Vorsicht unterwegs, lege ich meinen Bremspunkt etwas früher. Doch da ist keine Bremse mehr. Auch beim zweiten mal ziehen, baut sich kein Bremsdruck auf. Mein Puls beschleunigt, ich trete auf die Hinteradbremse und sehe mich schon im Kies.

Noch immer auf der Hinterradbremse stehend und wenig überrascht von der kaum einsetzenden Bremswirkung, fixiere ich einen kurvenäußeren Punkt jenseits des Kurvenscheitels an und schneide die Kurve in einer sehr merkwürdigen Linie an. Zum Glück kam in dem Moment niemand schnelles von hinten angerauscht. Irgendwie schaffe ich es durch die Kurve ohne zu fallen und rolle den Rest der Runde in Schrittgeschwindigkeit zurück in die Box.

Hier funktionierte die Bremse noch...

Hier funktionierte die Bremse noch...

Zurück in der Box: Dort angekommen sehe ich was passiert war: Der linke Bremssattel ist von der Scheibe gesprungen. Sofort wird mir klar, welch grober Fehler wohl die Ursache dafür gewesen sein muss. Im Kopf gehe ich den Vorderadeinbau durch. Felsensicher bin ich mir die rechten Bremssattelschrauben korrekt angezogen zu haben. Für die linke Seite fehlte mir aber jegliche Erinnerung. Ich weiß nur noch wie ich die Schrauben mit der Hand dort reingedreht habe und dann die Reifenwärmer aufgezogen hatte. Am liebsten wäre ich im Boden versunken! :-(

Bei der Begutachtung stellt Danny fest, das die Bremsscheibe einen leichten Schlag hatte. Das Risiko ist mir zu hoch und ich gebe frustriert über meine Doofheit den Transponder im Zeitnahmebüro zurück und melde mich vom Rennen ab.

Der Rest des Tages verlief somit wenig spektakulär für mich. Ich schaute den anderen bei den Rennen zu, packte ein und fuhr noch immer verärgert nach Hause.

Es gab wieder mal was zu tun und 2 Tage später sollte es schon wieder zum Nürburgring mit Dunn Racing gehen.

Schlagworte: , , ,

4 Kommentare zu „1. Seriensportlauf Oschersleben“

  1. Ben sagt:

    Ach du scheisse! Uppassen jung! Das vergisste nie wieder. Hab ichmal mit ner Kettenradmutter. Sei froh das es glimpflich verlaufen ist.

  2. [...] Daniel Schwiperich’s Racing Blog « 1. Seriensportlauf Oschersleben [...]

  3. [...] war es wieder soweit. Der 4. Lauf zur deutschen Seriensportmeisterschaft stand an. Wie schon im ersten Lauf war als Austragungsort Oschersleben vom DMSB ausgesucht worden. Meine Erinnerungen daran ware alles [...]

  4. [...] Mai stand dann der erste Lauf zur Seriensportmeisterschaft in Oschersleben an. Ich durfte erleben das Hektik beim Schrauben fehl am Platze ist und musste durch einen [...]

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Daniel84