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2. Seriensportlauf Hockenheimring

Über 2 Monate ist der erste Seriensportlauf in Oschersleben nun her. Das Ergebnis war sehr ernüchternd. Im Grunde ist es gar nicht zu einem Ergebniss gekommen, da ich das Rennen absagen musste. Selbstverschuldet, durch zu hektisches Schrauben zwischen den Dauerprüfungen, löste sich mein Bremssattel in DP 2.

Diesmal sollte alles besser werden. Das zumindest nahm ich mir vor. Aber es begann genauso chaotisch, wie es zuvor geendet hatte:

Hockenheimring GP Strecke

Hockenheimring GP Strecke

Vorbereitung: Im Juni musste ich mein Training am HHR ausfallen lassen.Es gab zuviel in der Firma zu tun und meine Kupplung war auch durch. Also sollte ich mein zweites (eigentlich ja erstes) Rennen auf einer mir unbekannten Strecke fahren. Doch auch das wäre fast ausgefallen. Einen Tag vor Abreise stand ich ohne Auto da. Als ich schon allen abgesagt hatte und mir gerade Pizza und Bier für einen deprimierenden Freitagabend allein zu Haus zulegen wollte, rief mich mein Teamkollege Danny an und teilte mir zu meinen Glück mit, dass er mich unterwegs einsammelt. So ging es statt zum Aldi, schnurrtracks in die Werkstatt und ich begann mit den Vorbereitungen. Wie immer wurde ich nicht rechtzeitig fertig, aber irgendwann war alles verladen und so ging es Freitagabends mit ein wenig Verspätung in Richtung Hockenheimring.

Freitag, Fahrerlager: Dort angekommen begaben wir uns nach einer kurzen Begrüßungszeremonie mit sehr hässlichen Persönlichkeiten an das Ausladen. Es ist immer dasselbe: Einladen, Ausladen, ein paar Runden im Kreis fahren, Einladen und natürlich wieder Ausladen. Ich frage mich jedes mal (vorher und nachher) warum ich dieses sinnlose, kostspielige Hobby ausübe. Es sollte mir wieder einfallen. Schnell wurde die Anmeldung durchgeführt und ich bekam wieder so ein Kribbeln im Bauch, aufgrund der bevorstehenden technischen Abnahme. Danny und ich bockten unsere Bikes ab und wollten zu den Kommisaren des DMSB fahren. FI-Fehlermeldung, der Motor will nicht. Was habe ich nun wieder falsch gemacht? Egal, da ich mir den Morgen-Stress ersparen wollte schob ich auf gut Glück meine Liebste in Richtung Zeitturm. Wie jedes mal war die Schlange bei Sabine H. am längsten. Ich reihte micht natürlich in diese ein. Danny wurde rausgezogen zur Lautstärkemessung. Dabei fährt er mit Original-ESD rum. Hätten Sie mich rausgezogen, wäre meine bestimmt das leiseste Mopped im ganzen Fahrerlager gewesen. Sie hätte nämlich keinen Mucks von sich gegeben. Während ich in der Schlange stand und auf das jüngste (technische) Gericht wartete, kam mir dann auch die Gewissheit, weswegen sie nicht anspringen wollte: Ich hatte eine neue Batterie verbauen müssen und war mir nun sehr sicher den Schräglagensensor mal wieder falsch eingebaut zu haben :D . Entgegen meiner Bedenken kam ich direkt durch die technische Prüfung (Es ist das gleiche Gefühl wie als Schuljunge, wenn man eine Prüfung zurückbekommt und sich absolut unsicher ist was einen erwartet ;) ). Zurück in der Box, korrigierte ich die Position des Sensors und meine Diva war wieder glücklich. Es wurde das erste Feierabend-Bier getrunken, was leider auch nicht dabei half die Hässlichen um mich herum, schöner wirken zu lassen.

Dauerprüfung, Kennenlernen der Strecke

Dauerprüfung, Kennenlernen der Strecke

Samstag, die Dauerprüfungen: Ich wachte auf und fühlte mich als ob ich vortags ein 8h-Rennen alleine gefahren wäre. Mir geht es oft so in letzter Zeit, da meine Weissheitszähne sich bemerkbar machen wollen. Die Aussicht auf einen sonnigen Tag, Motorradfahren und mehr noch auf einen Kaffee bewegte mich zum Aufstehen. Alex kam nach einer Zeit vorbei und wir begaben uns in Richtung Fahrerbesprechung. Anschließend bereitete ich mich und mein Motorrad auf die erste Dauerprüfung vor. Ich war ein wenig aufgeregt, kannte ich die Strecke doch nur von Onboardaufnahmen. Ich fuhr mit Alex zusammen raus, damit er mir die Strecke und Linie zeigen konnte. In der ersten Runde stellte ich dann noch die Zwischenzeiten für meinen neuen Starlane GPS Laptimer ein. Ein geniales Spielzeug!!! :D Glücklicherweise lässt sich die Strecke relativ einfach erlernen und ich konnte schon in der ersten DP die 2 Minuten-Marke knacken und 58er Zeiten fahren. Wir fuhren mit der 125er Klasse zusammen, was zu teilweise sehr gefährlichen Situationen führte. Ansonsten verlief  die erste Prüfung, abgesehen von ein paar Rutschern des fertigen Hinterreifens, ohne Probleme.

In der Box angekommen galt es wieder: Werde ich diesmal rechtzeitig fertig mit dem Reifenwechseln??? Natürlich nicht :D . Aber diesmal führte ich den Wechsel gewissenhaft durch und konnte ohne Probleme die zweite DP absolvieren. Ich wählte auch noch eine etwas längere Übersetzung um in der Parabolika nicht immer in den Begrenzer zu fahren und um beim rausbeschleunigen der darauf folgenden Spitzkehre im ersten Gang nicht immer ein so unruhiges und abhendes Vorderrad zu haben. Die Änderungen wirkten sich direkt positiv aus und am Ende der DP standen die ersten tiefen 57er Zeiten auf der Uhr mit einer errechneten Idealzeit von 1:56.7.

Ausloten der Linienwahl

Ausloten der Linienwahl

Zufrieden schaute ich mir mit Alex das Rennen meiner beiden Kollegen in der Klasse 1 aus der Sachskurve an. Er musste dann los da seine Rennen (Klasse 4) um 14:10 starten sollte. Ich ging zurück zur Box, inspizierte die Schrauben meiner kleinen 600er und fing an mich menthal auf das Rennen vorzubereiten. Um kurz vor 14:00 Uhr wollte ich mich gerade auf den Weg machen um mir das Rennen der Klasse 4 anzuschaen. In dem Moment kam Markus rein, schaute mich ein wenig verdutzt an und fragte warum ich mich noch nicht fertig gemacht hätte. Ich antwortete ruhig und selbstsicher, das mein Rennen erst um 15:00 Uhr ist. Er antwortete nur: “Die haben den Zeitplan geändert. Hast du das nicht mitbekommen?”. Jetzt schaute ich verdutzt und nachdem ich realisiert hatte was Sache war, begann ich hektisch in meine Klamotten anzuziehen, während Markus noch für ein paar Minuten meine Reifenwärmer einsteckte. Irgendwie schaffte ich es noch pünktlich zum Vorstart…

Das Rennen: Wir starteten mit der Klasse 6 (1000er Open) in einem Wellenstart. Die 1000er zuerst. Nachdem alle Ihre Plätze eingenommen hatten, ging es in die Warmuplap. Eingangs der Parabolika lag bereits die 1000er. Mit einem Mann weniger bezogen wieder alle Ihre Startpositionen.

Video vom Start. 2. Welle. Das weiße, was Männchen direkt beim Start macht. ;) Qualität ist leider nicht so gut.

Die Ampel geht auf Rot — geht aus, die 1000er preschen davon. Vor uns steht noch ein Streckenposten mit Roter Fahne. Langsam geht er in Richtung Boxenmauer. Um mich herum lassen meine Mitstreiter die Drehzahl Ihrer Motoren steigen. Ich tue es Ihnen gleich. An siebter Stelle stehe ich. Die Ampel geht auf wieder auf Rot — geht wieder aus. Ich öffne das Gas noch mehr und lasse meine Kupplung komme. Viel zu schnell. Noch nicht einen Meter weit gekommen stehe ich quasi senkrecht in der Luft. Gas zu — vor mir tauchtwieder die Strecke auf. Gas auf, immer noch erster Gang, schon wieder steigt das Vorderrad, diesmal kontrolliert. Aber ich habe Plätzer verloren. Dennis erwicht einen guten Start und ich sehe Ihn noch als ersten in die Rechts einbiegen.

Aufholen der verlorenen Plätze

Aufholen der verlorenen Plätze

Dennis muss gleich das Heck meiner gsx-r kennen lernen.

Auch Dennis muss gleich das Heck meiner gsx-r kennen lernen.

Dort kann ich wieder Plätze gut machen. Ich kämpfe mich mit einem R6 Cupfahrer auf die Plätze 4 und 5 vor. Im ständigen Wechsel tauschen wir die Positionen. Wir laufen einen Langsamen auf. Wo kam der her??? Der Cuppi schafft es direkt vorbei zu kommen. Ich hänge in der Sachskurve bis auf die Startziel dahinter. Der Cupfahrer ist schon nicht mehr zu sehen.

Einige Zeit später schließe ich auf ein weiß-babyblaues Gerät auf. Die einzige, weitere GSX-R 600 im Feld, pilotiert von Carsten. Eingangs der Sachs bin ich schon ganz dicht dran. Schon wieder ein Langsamer vor uns (Derselbe???), Carsten überholt gnadenlos und ich muss weit gehen um den Piloten nicht abzuräumen. Start-Ziel gehe ich vorbei und kann Carsten noch gut sehen. Eingangs der Sachs bin ich wieder ganz dicht dran. Im Windschatten ziehe ich mich auf der Start-Ziel neben ihn und habe die Innere Spur, Carsten dafür keine Möglichkeit was auszurichten :D .

Carsten war eine harte Nuss.

Carsten war eine harte Nuss.

Mit dem Gefühl eines hoch motivierten Mitstreiters im Nacken habe ich freie Fahrt. Deswegen, sowie aufgrund mangelnder Streckenkenntniss und nicht optimaler Gesundheit , fange ich an Fehler zu bauen und kann die Linie nicht immer halten. In der letzten Runde sehe ich  im Augenwinkel, beim Umlegen in der Spitzkehre, ein Motorrad. Keinen Augenblick später knallt das Gefährt mit seinem Führer auf der Zwischengeraden an mir vorbei, als ob ich stehen würde. Ich sehe mich schon Protest einlegen, als mir bewusst wird, dass muss der Führende 1000er gewesen sein. Ich biege auf Startziel ein und sehe die erlösende Zielflagge. DRITTER PLATZ, in meinem ersten Seriensportrennen, ich kann es kaum glauben! Ich genieße die Auslaufrunde und Rolle in den Parc Fermé. Geschafft!!! :D

Freudig und unter tosendem Beifall ( :D ) nehme ich meinen ersten Pokal entgegen. Bevor es in Richtung Heimat geht, treffe ich noch viele Bekannte und jeder erzählt seine heutigen Erlebnisse. Wenn die doch nur nicht so hässlich wärenm, würde ich sie glatt mögen :D

Something to be proud of? For sure! :)

Something to be proud of? For sure! :)

Im Rennen selbst konnte ich mich auf konstante 56er Zeiten pushen. Ein lustiger Zufall ist das meine Beste Zeit, eine 1:55.784 quasi meiner Startnummer entspricht (784).

Am kommenden Wochenende geht es direkt weiter. Auf dem Nürburgring werde ich am Sonntag wieder versuchen Punkte zu sammeln, zu lernen und hoffe das ich wieder viele, hässliche Menschen sehen werde. ;)

Ciao

Daniel84

10 Kommentare zu „2. Seriensportlauf Hockenheimring“

  1. Julia sagt:

    Ich bin stolz auf dich ;)

  2. André sagt:

    Glückwunsch, Kleiner :-)

    Gut gemacht - und nächstes Jahr komm’ ich dann echt mal wieder mit ;-)

    Gruss,
    André

  3. Jörg#33 sagt:

    Ich wußte das Dich das Logo schnell macht. Super gemacht!!! ;-)

  4. Tom sagt:

    Ui Daniel!

    Ich wusste es, DU wirst mal ein GANZ grosser (mit mir :-D )

  5. CarstenR6 Merz sagt:

    coooool,

    habe meinen bericht auch bald fertig,
    habe etwas bei dir abgeschaut, schäm, hehehhhe

    bis samstag
    c

  6. Markus sagt:

    Super Bericht Daniel :D
    am NBR bin ich aber nicht dabei^^
    Viel Erfolg beim Runden ziehen

    Markus

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  8. CADffm sagt:

    Mensch Daniel - KLASSE ! aber seit wann bist du so schnell !? ;-)
    hoffentlich passt es bald mal wieder, 20-21.07. wolltest du ja nicht mitspielen.

  9. [...] statt. Geliebt von den Einen, gehasst von den Anderen. Für mich: einfach nur Neu! Wie schon in Hockenheim, besaß ich keinerlei Erfahrung auf dieser Strecke. Hinzu kam ein neues [...]

  10. [...] standen erstmal 2 Monate Pause an und es folgte der nächste Lauf am Hockenheimring. Und plötzlich war der Knoten geplatzt. Obwohl ich die Strecke nicht kannte, kam ich schnell mit [...]

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Daniel84