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4. Seriensportlauf Oschersleben

Vergangenes Wochenende war es wieder soweit. Der 4. Lauf zur deutschen Seriensportmeisterschaft stand an. Wie schon im ersten Lauf war als Austragungsort Oschersleben vom DMSB ausgesucht worden. Meine Erinnerungen daran ware alles andere als positiv und auch dieses mal sollte ich Strecke mit gemischten Gefühlen verlassen. Damals habe ich aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen den Dauerprüfungen die Bremssattelschrauben auf einer Seite nicht korrekt angezogen. Die Rechnung bekam ich dafür in der zweiten DP postwendend. Der linke Sattel flog mit einem Knall von der Scheibe. Ich konnte zwar so gerade einen Sturz vermeiden, aber zum Rennen konnte ich aufgrund einer defekten Bremsscheibe nicht antreten.
Um einen solch unnötigen Ausfall dieses mal zu vermeiden bereiteten wir die GSX-R 600 perfekt vor und Frank begleitete mich um, meinen Schrauber und Teammanager zu spielen. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank dafür! Eine bessere Hilfe konnte ich nicht bekommen!

Die bisherigen Rennen ging ich immer recht entspannt an. Ich habe sie als Training gesehen und um Erfahrungen zu sammeln, denn immerhin fahre ich erst im zweiten Jahr auf der Rennstrecke und bestreite meine erste Meisterschaft. Nach meinem Sieg am Nürburgring führte ich aber auf einmal die Tabelle an. Es galt also den ersten Platz zu verteidigen und ich war schon ein wenig nervös deswegen.

Seriensportlauf Oschersleben auf GSX-R 600 K6

Seriensportlauf Oschersleben auf GSX-R 600 K6

Samstag, früher Abend: Ohne große Zwischenfälle kommen wir im Fahrerlager an. Es läuft noch der Bördesprint, wir können deswegen noch nicht abladen und unsere Boxen beziehen. Bei der Anmeldung erfahre ich, dass ich im Rennen als Letzter starte, da ich auch der letzte bin der sich anmeldet. Na super… Wir werden dieses mal mit der Klasse 4 (Serien 600er) starten. Endlich mal eine vernünftige Kombination. Auch ein Wellenstart wird es dieses mal sein um so ein Chaos wie am NBR zu verhinden. Die Schlacht zur Eroberung der Normandie muss ein Witz dagegen gewesen sein. Selbst ein MSC Porz - Tag ist verglichen dagegen wie eine Wöhltätigkeitsparty zu einem Rockkonzert.

Man trifft die üblichen Verdächtigen, verbringt einen schönen Abend und selbst die technische Abnahme verlangt diesmal kein Aufkleberumdrehen wie sonst. Das geht schon alles fast zu glatt…

Der Sonntag: Schon morgens ist es sehr warm. Ich schlüpfe in meine ehemals weiße Lederkombi. Viele ruhmreiche Schlachten haben tiefe Narben hinterlassen und ohne Tape hält es sie nicht mehr zusammen. Ersatz ist bestellt und sie sollte ein letztes Mal meinen Luxuskörper schmücken.

Meine Alpinestars am Ende des Tages

Meine Alpinestars am Ende des Tages

Die Jungs aus DP 1 rollen wieder ein. Zeit für mich. Frank befreit meine Pirellis von den Heizdecken und lässt das Herz der GSXR zum Leben erwecken. Der Tank ist bis Oberkante voll. 40min lang werde ich der Kleinen die Sporen geben um soviele Runden wie möglich von geforderten 28 zu fahren. Zusammen mit meinen Boxenkollegen, sowie Mitstreitern Slowly und Laubi rolle ich aus der Box, über die Transponderschleife und dann raus auf die Strecke. Ein wenig Gedanken mache ich mir um mein Fahrwerk. Es ist noch auf die Dunlops vom Lausitzring eingestellt. Auch kann ich die Übersetzung nicht ändern, da ein Gewinde vom Kettenradträger so gut wie durch ist und wir nichts riskieren wollen. Auf die Schnelle war leider kein Neuer aufzutreiben.

Nach 2 Runden komme ich direkt wieder in die Box. In der Turn 6, der schnellen Rechts, hatte ich einen heftigen Hinterradslide und auch in der folgenden Rechts fühlte sich das Hinterrad rutschig an. Mein Verdacht auf austretendes Öl erweist sich nach kurzer Inspektion als unbegründet und es geht wieder raus. Der Reifen erholt sich und ich arbeite während den 40 min an meiner Linie und Bremspunkten. Das Setup scheint nicht gut auf die Pirellis zu passen. Beim Rausbeschleunigen verhält sie sich wie eine Furie und schlägt ab und zu mit dem Lenker nach mir. Trotzdem bin ich halbwegs zufrieden. 23 Runden trotz Zwischenstopp gehen voll in Ordnung und auch meine Bremspunkte konnte ich optimierten.

Der Hinterreifen wollte nicht immer so wie ich

Der Hinterreifen wollte nicht immer so wie ich

Für die zweite DP verändern wir das Fahrwerk leicht. Der hintere Pirelli sieht an den Flanken glatt aus wie ein Babyhintern. Lange wird er auch nicht mehr mitmachen. Für die kommende DP sollte es aber reichen. Wieder geht es raus. Das Setup passt nun besser, auch wenn das Hinterrad immer noch etwas am Pumpen ist beim Rausbeschleunigen. Ich drehe ein paar schnelle Runden und übe mich um überholen. Gibt nichts schöneres als in der Triple aussen zu überholen :)

... aber auch innen gleich 2 Schnappen macht Spaß

... aber auch innen gleich 2 zu Schnappen macht Spaß

Für das Rennen ziehe ich einen neuen Satz Metzeler auf. Zum ersten Mal bin ich richtig nervös. Mit Frank zusammen habe ich mir eine Taktik für Warmup und Start zurecht gelegt. Ich soll mich in der Warmup ganz hinten halten und am Anfang etwas zurückfallen lassen, dann Gas geben um als letzter auf den Letzten Startplatz zu rollen :D . Damit habe ich dann die wärmsten Reifen wenn es losgeht. Um trotzdem den Start üben zu können fahre ich einfach 2 Sek später los. Als Letzter stehe ich dabei ja auch keinem im Weg ;) Die erste Kurve beherrsche ich mittlerweile ganz gut und sollte für 1-2 Plätze auf der Bremse ausreichen.

Bremspunkte und Linie wurden in den DP's optimiert

Bremspunkte und Linie wurden in den DP's optimiert

Das Rennen: Die Warmup fahre ich wie besprochen und bleibe hinter dem Feld. Alle haben ihre Startpositon eingenommen. Irgendwie ein lustiges Gefühl von ganz Hinten zu starten. Ich kann wenigstens keinen Platz verlieren ;) . Die Ampel springt auf Rot, ich zähle die Zeit bis sie erlicht, dann braust die Klasse 4 los. Die 20 sek Versatz scheinen ewig zu dauern und der Typ mit der roten Flagge will einfach nicht die Strecke verlassen. In Gedanken drehe ich mich um sehe die Serien 600er auf die Zielgerade donnern und uns stehende Klasse 7 überrollen. Dann endlich geht er, wenn auch langsam. Selbes Prozedere nochmal, die Ampel springt wieder auf Rot, konstant halte ich die Drehzal zwischen 6 und 7 T U/min. Dann gehts los, ich komme sehr gut weg, Dennis aka Slowly scheinbar gar nicht. Erste Kurve, Position 3, vor mir Pute auf seiner R6. Vor der Hasseröder setze ich mich innen neben ihm und kann die Linie halten. Direkt am Hinterrad des Führenden geht es auf die Triple zu.

Schnell gelange ich auf Position 2

Schnell gelange ich auf Position 2

Heute werden keine Gefangenen gemacht, sage ich mir. Bevor wir auf die letzten der Klasse 4 auflaufen muss ich erster sein, sonst wird es schwer zwischen den Letzter der Klasse aufzuholen und vor allem zu überholen. Ich bremse wieder spät, setze mich wieder nach Innen, biege als Erster in die Triple und mache die Tür zu. Vor Turn 4 dann breit machen um dem Zweiten keine Chance für einen Gegenangriff zu geben. Die neuen Reifen fühlen sich prächtig an. Ich gebe eine gute Pace vor und versuche so schnell wie möglich auf die Klasse 4 aufzuschließen. Eingangs der Startziel zum Ende von Runde 2 kann ich bereits den Letzten sehen. Ausgangs der Hasseröder trennen uns dann nur noch 100 - 150 m. Ich biege zügig in die Triple ein. Noch ein wenig schräger lege ich die GSX-R um nach dem Zweiten Knick nicht zu weit rausgetragen zu werden.

Doch soweit kommt es nicht… Das Vorderrad verliert plötzlich den Grip, bzw. hat gar keinen mehr. Mit ca. 145 Sachen nehme ich die volle Bodenprobe auf den Asphalt und dann ab in den Kies. Das Motorrad vorraus, ich hinterher. Schon in dem Moment wo es passiert ist, wusste ich den Grund dafür. Zwischen Knick 1 und 2 der Triple ist eine Bodenwelle. Auf planer Ebene wäre meine Linie in Verbindung mit Schräglage und Geschwindigkeit ok gewesen. Aus der Bodenwelle raus wurde dann das Vorderrad zu leicht und hatte zu wenig Aufstandsfläche.

Das war dann auch das Ende des Rennen für mich. Gemütlich drehe ich meine Ehrenrunde auf dem Schandkarren und verarbeite das Eben passierte. Mir ist nichts passiert. Die Alpinestars Kombi hat wieder famos ihren Dienst vollrichtet. Die nächste ist definitiv von der selben Marke.

Aber es ist so wie es immer ist: Nachher ist man immer schlauer!

Zum Glück sind die Taxis umsonst an der Renne

Zum Glück sind die Taxis umsonst an der Renne

Das Rennen fing gut an und endete schnell. Jetzt heisst es schnell, irgendwie wieder Fahrbereit zu werden für Anfang September wenn es nach Schleiz geht. Die Meisterschaft führe ich immer noch durch für mich glückliche Umstände an: Carsten zuvor auf Platz 2 gelegen nahm nicht teil am Rennen und Dennis wollte keine Geschenke annehmen und spielte selber auch im Kies rum.

Drückt mir die Daumen, dass ich in Schleiz wieder zünden kann!

2 Kommentare zu „4. Seriensportlauf Oschersleben“

  1. Julia sagt:

    Danny boy,

    wenn du auf meiner Hochzeit gewesen wärst, wäre das nicht passiert…
    das hast du jetzt davon ;)
    aber ich bin ehrlich froh das deine Ohren dran geblieben sind :)

    …und jetzt hol dir die Meisterschaft….

    J

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Daniel84