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Artikel-Schlagworte: „ungarn“

Pannoniaring August 2008

Freitag, 29. August 2008
Pannoniaring Kurve 4

Pannoniaring Kurve 4

Nachdem André ( www.racemoto.com) und mir es im Juni so gut gefallen hat eine ganze Woche über den Ring zu preschen hatten wir uns kurzerhand entschlossen das Spiel mit Valentinos diesen August zu wiederholen.
Also starteten wir letzte Woche Donnerstag in Richtung Ungarn um drei Tage am Pannoniaring und anschließend drei weitere Tage in Brünn den Rundenzeiten hinterher zu jagen.
Im Gepäck hätten wir André’s frisch wiederhergestellte Cup R6, seine alte R6 und ich habe mir vor 2 Wochen eine rennstreckentaugliche Gsxr 600 K6 geleistet als Ersatz für meine verkaufte 1000er K3.
Mein Ziel war es mit der Schaltumkehrung zurecht zu kommen und an der 2:10 zu kratzen, die ich im Juni bei meinem ersten Besuch mit der 1000er am Pann gefahren bin.
Nachdem wir nach etlichen Stunden das Ziel erreichten (ich sehr entspannt, da Beifahrer) wartete auf uns auch schon unser guter Freund Stefan Merscheim (www.sportbilder-event.de). Er würde uns in den folgenden Tagen mit sehr guten Bildmaterial versorgen (Wir fuhren mit getönten, undurchsichtigen Visieren um die Bilder nicht zu verunstalten).
Da wir relativ spät am Ring eintrafen, wartete nach dem Ausladen auch direkt das Bett auf uns. Ich kann jedem nur empfehlen immer ein Feldbett dabei zu haben. Wer weiss wozu man es verwenden kann

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Spät Abends am Pann

Der Morgen graute und der erste Turn stand an. Am Pann konnten jeden Morgen und nach der Mittagspause erstmal alle zusammen auf die Strecke. An sich keine schlechte Idee um Prüf und Einstellfahrten durchzuführen. Die Fahrerbesprechung dauerte 5 min und erhielt in der kurzen Zeit alles, nur nicht das Wichtige. Flaggen, Überholen, Anhalten waren nur einige Punkte die nicht erwähnt wurden. Für Neulinge sicherlich nicht uninteressant…

Also ging es raus zu meiner ersten Probefahrt auf dem neuen Bike und zum Testen ob ich denn auch geeignet bin für die Schaltumkehrung. Erstaunlicherweise verschaltete ich mich nur ganze zwei mal. Dafür natürlich jedes mal auf der Geraden beim vollen Beschleunigung. Glücklicherweise wurde ich in den Momenten nicht fotografiert.

Den zweiten Turn musste ich leider abbrechen, da sich die Schraube der Fussraste gelöst hatte. Auch André kam mit einer überkochenden R6 rein. Sollte nicht das einzige mal bleiben. Im 3. Turn konnte dann das erste mal angegriffen werden. Es galt das Auskundschaften von richtigen Gängen, Bremspunkten und das gewöhnen an die 600er.

Am Ende des Tages holten wir uns unsere Zeitenzettel ab um Resümee zu ziehen. Auf meinen Stand eine hohe 2:09. Ich war natürlich überglücklich direkt am ersten Tag mein Ziel zu erreichen.
Die folgende Nacht schlief ich wie ein Baby in meinen Feldbett.

Einfahren der neuen SSP 600

Einfahren der neuen SSP 600

Den folgenden Tag ging ich damit relativ gelaxt aber voller Elàn an. Es galt sich für das Rennen zu qualifizieren. Bis zur Mittagspause konnte ich mich auf eine 2:08 steigern. Das war doch mal was! Im laufe des Tages konnte ich diese Zeit nicht weiter verbessern aber sie zumindest mehrfach bestätigen. Im letzen Turn geschah es dann. Ich war schon in meiner Auslaufrunde als auf einmal ein gewisser Herr Polzer auf seiner R6 an mir vorbeiflog.Dieser Mensch (oder auch nicht) fuhr dem gesamten Feld um die Ohren. Mit 2:00er Zeiten war er sogar schneller als jede 1000er im Feld. Also sagte ich mir: Gib nochmal was Gas und schau dir die Linie an. Gesagt getan. 3 Kurven später (Kurve 7, eine Links) hatte ich ihn immer noch vor mir. Doch plötzlich, ohne Vorankündigung setzte das Hinterrad zum Überholen an. Das Mopped schoss vorraus und wollte Herrn Polzer einholen. Ich schoss hinterher und wir steuerten aufs Kiesbett zu. Kiesbett trift es hier nicht wirklich. Pflastersteine passen eher. Ich überschlug mich dreimal, stand auf, rannte zu den Reifenstapeln und wusste nicht wie mir geschah. Bin ich gerade wirklich in der Auslaufrunde mit meinem 1,75 Tagen alten Motorrad durch ein Pflastersteinfeld gepflügt?
Der Streckenposten welcher sich bemühte ein weisses, verkratztes und verbeultes Motorrad zu mir zu schieben schien dies zu bejahen.

Der Lumpenwagen sammelte mich ein und fuhr mich zu unserem Stellplatz. Dort wartete André schon auf mich, frage mich nach meinem Zustand, drückte mir eine Kippe und ein Bier in die Hand und begann das Mopped zu begutachten und direkt zu reparieren. DANKE FÜR DEINE HILFE!
Viel Tape, Kabelbinder und Mückenstiche später war das Mopped am selbigen Abend wieder einsatzbereit.
Die Schadensanalyse sah wie fogt aus:

  • Heckrahmen gebrochen
  • Verkleidungshalter an einer Seite gebrochen
  • Fussraste krumm
  • Lenkerstummel krumm
  • Killschalter
  • Verkleidung mit Rissen, Tank zerbeult
  • Verkleidungsscheibe nur noch in Teilen
  • Prellungen und Schmerzen am Körper (zu vernachlässigen)
  • … noch ein paar Kleinigkeiten

Für manches hatte ich Erstatzteile mit, bei anderen Sachen waren wir innovativ. So wurde zum Beispiel ein Teil meines Feldbettes zur Stabilisierung des Hecks verwendet und eine “R6-Scheibe” angebracht.

Schadensbegutachtung

Schadensbegutachtung

Erfreulicher Weise konnte ich somit am Rennen teilnehemen, nachdem die Morgenturns ohne Probleme verliefen.
Ich stand auf Position 6 und vor mir standen nur Cupfahrer. André hatte Position 9 inne. Für mich war es der erste Start auf einer 600er (der zweite insgesamt) und ich hatte noch keine Ahnung wie ich mit dem Ding optimal von der Stelle wegkommen soll.

Wheelie

Wheelie

Die Ampel ging aus und ich fuhr mit einem schönen, aber zeitintensiven Wheelie los. Auch André, eigentlich als guter Starter bekannt, verlor Plätze (Warst wohl noch Ringe von Bäumen am zählen  ).

Kurve 2

Kurve 2

In der ersten Kurve konnte ich wieder ein paar Plätze gut machen, da ich Stefan’s Rat befolgte und mich weit innen hielt. Zwei weitere Überholungen folgten und es ging in Runde 2. Nach Kurve 2 konnte ich einen Fahrer auf einer blauen Honda ausbeschleunigen und in Kurve 4 bremste ich mich neben den Nächsten, zog aber zurück um einen Sturz oder Zusammenstoß zu vermeiden. Auf der kurzen Zwischengeraden hatte ich dann auf einmal 2 Motoraussetzer. Der zuvor überholte Hondafahrer kam dadurch ran und meinte mich auf der Bremse zu packen. Leider hat er sich dabei verschätzt und rammte mich von Rechts so dass ich abgedrängt wurde. Ich hatte keine andere Wahl mehr und fuhr gerade raus in den Kies, konnte den Bock halten und flog dann doch auf die Nase bei vielleicht 20-30 Km/h. Da der Vorbesitzer den Schräglagensensor abgeknippst hatte (war mir nicht Bekannt) drehte einen halben Meter neben mir auf einmal der Motor bis in den Begrenzer. Ich hechtete zum Killschalter und schaltete das Ding ab. Wieder ging ich zum Reifenstapel, half einem Streckenposten mein Bike aus dem (etwas feinkönigeren Kies als in Kurve 7) zu befreien und schaute mir das Rennen aus einer schönen VIP-Position an. André konnte das Rennen als siebter der Valentinoswertung beenden und staubte einen Pokal ab. Gratulation an dieser Stelle!

Nachdem Rennen schauten wie uns das Mopped an, befreiten es von Kies und Blumen und stellten erfreut fest, das nichts weiter kaputt gegangen war. Der Hondafahrer kam auch zu mir und entschuldigte sich für die übereifrige Aktion.

Wir packten unsere sieben Sachen, aßen noch ein leckeres Mahl bei Ciao Mario und kurvten durch Ungarische Landstrassen auf dem Weg nach Brünn.

Daniel84